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Was mir von Jakarta übrig blieb

By Ayşe Salman – Top-Stories, Travel

Jakarta ist für mich die Stadt der wundervollen Menschen. Von Anfang an wurde ich von meiner Arbeitskollegin empfangen, die mich dann sowohl beruflich als auch privat unterstützte. Auf der Arbeit rülpste sie ab und an ganz selbstverständlich neben mir. Beim ersten Mal, als sie gerülpst hat, musste ich innerlich viel lachen. Und eines Tages hatte uns die Chefin zu sich nach Hause eingeladen. Ich meine, ich hatte mich an das Rülpsen gewöhnt und irgendwie konnte ich das nun auch, aber als sie neben der Chefin rülpste, hatte ich einen inneren Lachanfall. Wo war ich gelandet? Auf dem Soekarno Hatta, dem Flughafen Jakartas. Auf Inlandsflügen gab es im Flugzeug eine Gebetskarte, auf der islamische, protestantische, katholische, hinduistische, buddhistische und konfuzianistische Gebete standen. Jakarta-Ayse-02 Nach kurzer Zeit hatte ich Heimweh und ging zu Pizza Hut (so viel zur Frage der Identität), bekam eine nicht ganz durchgebackene Pizza und war zufrieden. Im Nachhinein fragten mich meine Freunde, weshalb ich dem Kellner nicht einfach gesagt hatte, dass die Pizza nicht durch war. Ich weiß es nicht. Ich war einfach zufrieden. Zufrieden. Ein Schlagwort, was genau gelegen kommt, um die Indonesier, die ich kennengelernt habe, in einen Topf zu schmeißen. Die meisten Indonesier habe ich als höchst zufrieden wahrgenommen, vielleicht wegen ihrer unermüdlichen optimistischen Lebenseinstellung. Die Lebenseinstellung wird im folgenden Satz gut verdeutlicht: „Du weißt sowieso nicht, was kommt. So lass dich ein auf das Leben und baue auf die Hoffnung.“ Jakarta-Ayse-03 Jakarta-Ayse-04 – sonst würde ich sie noch als sehr hilfsbereit und respektvoll beschreiben. Ich brauchte nur an der Haltestelle stehen und schon war Hilfe da. Apropos Hilfe. Oft genug rief ich einen Grab (Art Privattaxi, weit verbreitet in Jakarta) und wusste ganz genau, wenn der Fahrer jetzt anruft, kann ich ihm nicht auf Indonesisch antworten. Wenn der Anruf dann kam, drückte ich mein Handy spontan in die Hand eines Passanten. Dieser lotste mich dann mit einem erfüllten Lächeln im Gesicht an die Stelle, an dem ich den Fahrer antreffen sollte. Ich erinnere mich an kein einziges Mal, an dem ich abgewiesen wurde. Als ich dann paar touristische Häppchen indonesisch sprechen konnte, war die Freude bei den Indonesiern noch größer. Ich erinnere mich nicht mehr ganz, wo ich das gelesen habe. Es hieß: „Man bedenke, wie ein Franzose darauf reagieren würde, wenn man nur ein paar Häppchen französisch sprechen kann.“ Nichts gegen Franzosen. Und natürlich gab es ansonsten noch nett gemeinte falsche Wegbeschreibungen, viel Verkehr und wenige Freizeitangebote, die man sich leisten konnte. Für eine Sightseeing-Tour würde ich Jakarta auch nicht unbedingt empfehlen. Da ich aber viel mehr nach Menschen Ausschau gehalten habe, bin ich fündig geworden. Jakarta-Ayse-05 Jakarta-Ayse-06 Jakarta-Ayse-07 Jakarta-Ayse-08 Jakarta-Ayse-09 Jakarta-Ayse-10
Ayşe Salman
Content Curator
Ayse unterhält sich gerne mit den unterschiedlichsten Menschen, um dann als Regisseurin Geschichten in die Welt hinauszuschicken.