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The Atlas of Beauty – Königinnen der Mutter Erde

By Ilayda Kaplan – Photography, Stories, Travel

Ich weiß, ich weiß. So manch einem gehen die so plötzlich weit verbreiteten Geschlechterdiskurse ziemlich auf‘n Senkel. Sexismus wird immer häufiger zum Debattierthema. Aus sämtlichen Ecken tauchen Personen auf, die sich zum Feminismus bekennen und euch ihre Ansichten unter die Nase reiben wollen. Aber, wisst ihr was? Vieles davon ist wichtig. Nervig ist eher, dass wir im 21. Jahrhundert immer noch auf aufklärende Statements angewiesen sind. Ich habe mich oftmals selbst dabei ertappt, wie ich lange FB-Statusnachrichten solcher Thematiken und deren Verfasser_Innen als zu pingelig, humorlos und verbittert abgestempelt habe. Je länger ich mich selbst damit beschäftigt habe (und das lege ich jedem ans Herz), ist mir klar geworden, dass es immens wichtig ist, sich über die Intensität bestimmter Begrifflichkeiten, über die Geschichte hinter all dem und die Verknüpfung zu anderen Problemfeldern bewusst zu werden.

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Anyways, es soll auch gar nicht um mich und mein spät entdecktes Interesse für Correctness gehen, sondern um Mihaela Noroc. Unter dem Projektnamen “The Atlas of Beauty” hat sie es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die unterschiedlichsten Frauen von aller Welt zu porträtieren. Die Bilder werden im Zusammenhang eines Textes veröffentlicht, der in der Regel in das Leben, der Interessen und Weltanschauung der abgebildeten Frauen Einblicke gewähren soll. Mit der Intention, nicht nur die äußerliche sondern vor allem die innere Schönheit des Weiblichen zu präsentieren, wird eine gewisse Intimität zum Zuschauer erzeugt. Die rumänische Fotografin reist dafür regelmäßig, aus eurozentristischer Sichtweise betrachtet, in Dritte-Welt-Länder und fängt mit ihrer Kamera die Diversität der Schönheit der Frau ein. Sie publiziert entstandene Aufnahmen unter anderem aus Ländern wie Kasachstan, Afghanistan, Äthiopien und Indien und lädt das Publikum ein, die medial geprägten stereotypischen Denkweisen zu verbannen und es durch die Ausdruckskraft und Schönheit des Fotos in das jeweilige Land zu verführen. Ihre Bilderserie wirkt wie eine Art Dokumentation mit feministischem Ansatz. Durch ihre Fotografien führt sie jedes Mal die Stärke der Frauen vor und berührt mit ihrer Kunst Menschen weltweit.

Wer also keinen Bock mehr auf „lauten Besserwisser-Feminismus“ hat, sollte sich einfach durch die Fotografien besinnen lassen. Die dazu betitelnde Texte aber sollten unbedingt gelesen werden. Keine Sorge, hierbei handelt es sich nicht um „übergeschnappte” und „größenwahnsinnige“ Frauen, die dich eines Besseren belehren wollen.

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All images © Mihaela Noroc

Ilayda Kaplan
Contributor
Ilayda fängt ihre Gedanken und Ideen mit der Kamera ein und macht sie für Außenstehende sichtbar. Sie organisiert Fotoshootings und gibt ihre Fotografie Erfahrungen an Kinder weiter. Nebenbei studiert sie Kulturwissenschaften und pendelt zwischen Frankfurt Oder und Berlin.