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Semah ist ein ritueller Tanz der Aleviten und Teil der religiösen Zeremonie.

By KuKü – Redaktion – Gesellschaft, Kültür

Nach der Überlieferung wurde er erstmals im Bund der Vierziger vollzogen, der aus 17 Frauen und 23 Männern bestand und deren Beisammensein der Prophet Mohammed nach seiner Himmelfahrt beiwohnte. In dieser Runde bekam der Prophet die Aufgabe aufgetragen, eine einzige Traube in 40 Stücke zu teilen. Gott, der ihn in dieser ausweglosen Situation sah, schickte ihm Gabriel zu Hilfe. Dieser beschuf ihm eine Art „heiligen“ Teller. Mohammed, als ihm dieser Teller überreicht wurde, ließ einen Tropfen Wasser darin ein und zerdrückte mit seinem Finger die Traube darin. Den daraus entstandenen Zuckersirup reichte er den Anwesenden, die sich daran berauschten, aufstanden und anfingen gemeinsam den Semah zu tanzen. Der Prophet schloss sich diesem Kreis an und tanzte mit ihnen. (Quelle: „Buyruk“: Imam Cafer-i Sadik)

Begonnen wird der Tanz im Kreis mit langsamen Bewegungen. Dabei drehen sich die Mitglieder um ihre eigene Achse. Symbolisiert werden damit das Universum und der ewige Kreislauf. Die Handinnenfläche der rechten Hand zeigt nach oben, die linke Handinnenfläche ist auf den Boden gerichtet. Dabei stellt der Handrücken das Deutliche und die Handinnenfläche das Verborgene dar. Der Rhythmus wird Schritt für Schritt gesteigert. Raum, Zeit und das Ich werden aufgehoben, der Tanzende gerät in Ekstase und berauscht sich an den Bewegungen und der Einswerdung mit der göttlichen Liebe und Natur – die Einheit Gott-Mensch-Natur.

Text: Sibel Yurtsever

KuKü – Redaktion
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