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Der Künstler Ryan Mendoza baut das Haus von Rosa Parks in Berlin wieder auf

By Büşra Akdeniz – Gesellschaft, Inspiration

Am 1. Dezember 1955 weigerte sich Rosa Parks in Montgomery, im US – Bundesstaat Alabama, ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Mitfahrer zu räumen. Damit ging die Bürgerrechtlerin in die Geschichte ein. 1957 zog Parks in Folge von Morddrohungen, unter denen sie in ihrem Heimatstaat litt, mit ihrem Mann nach Detroit. Dort lebten sie zwei Jahre lang mit ihrem Bruder und seiner mehrköpfigen Familie in dessen Haus.

Das Haus aus der South Deacon Street sollte abgerissen werden. Rosa Parks Nichte Rhea McCauley kaufte das baufällige Haus im Jahr 2014 der Stadt für 500 US – Dollar ab, um es vorm Abriss zu schützen. Ihr Traum war es, aus dem Haus ein Museum zu machen. Dazu fehlten jedoch die finanziellen Mittel. Sie kritisierte die mangelhaften Bemühungen der US-Regierung um das Haus.

McCauley wandte sich an den Künstler Ryan Mendoza, der zuvor schon einmal ein Haus abgebaut und an einem neuen Standort wieder aufgebaut hatte, und bat ihn um Hilfe. Dieser organisierte den Abbau des Hauses in Detroit und ließ es an seinen Wohnort in Berlin transportieren. Im Berliner Ortsteil Gesundbrunnen folgte dann der Wiederaufbau. Der jetzige Standort soll die Würde des Hauses erhalten und Rosa Parks‘ Wertschätzung entgegenbringen. Der Künstler hofft jedoch, dass sich die Amerikaner für das Haus einsetzen und es wieder zurückhaben wollen. Bis dahin wird es in der Wriezener Straße 19 im Soldiner Kiez bleiben. Von innen besichtigt werden kann das Haus nicht, aus Respekt gegenüber Rosa Parks.

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Büşra Akdeniz
Content Curator
Büşra studiert Medienmanagement in Berlin, hat zuvor in Hamburg gewohnt und kommt ursprünglich aus Düsseldorf. Wie bei vielen Enkelkindern der Gastarbeitergeneration, beschäftigt sie seit jeher die Frage der eigenen Identität. Ihre Leidenschaft: Musik, Kaffee und die App, die jedes Bild von Donald Trump mit einem Katzenbaby ersetzt.