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Iran mit dem Rucksack – zwischen Schahs, Mullahs und jahrtausendealter Kultur

By Sonja Schiffers – Gesellschaft, Photography, Stories, Travel

Der Iran ist ein wunderschönes Land mit unglaublich gastfreundschaftlichen Menschen, einer reichen, jahrtausendealten Kultur, einem hohen Bildungsniveau und nicht zuletzt großartigem Essen. Iraner zeigen ihren Stolz – und zögern nicht, Reisende an ihrem (Familien-)Leben teilhaben zu lassen. Man wird mit stundenlang kunstvoll geköcheltem Abguscht und Fesendschan gefüttert, zum Nachtisch gibt es köstliches Pistazien-Gaz, neue Freunde zeigen einem jede Ecke ihrer Paläste, Moscheen und antiken Stätten und bestehen darauf, auf dem Boden zu schlafen, damit der Gast es sich im Ehebett bequem macht.

Als Politikwissenschaftlerin im Iran zu reisen bedeutet natürlich auch, sich mit der politischen Lage im Iran auseinanderzusetzen und die Augen vor der Menschenrechtslage nicht zu verschließen. Mit dieser ist man im Kleinen auch als Touristin konfrontiert, denn für Frauen sind ein Kleid über der Hose und ein Kopftuch per Gesetz obligatorisch. Viele Iranerinnen entledigen sich diesem im mehr oder weniger Privaten interessanterweise sofort. Im Kontakt mit ihnen wird noch deutlicher, dass die Debatte über Verschleierung in Deutschland oft eine rein symbolische ist, die sich mit der tiefer gehenden Ungleichheit der Geschlechter gar nicht beschäftigen will. Was beim Reisen im Iran neben der Faszination für die Kultur vor allem zurückbleibt, ist die Hoffnung, dass irgendwann alles wieder viel einfacher wird, als es heute ist – sowohl für die Menschen im Iran selbst als auch in den Beziehungen zwischen dem Iran und dem „Westen“. Und ein gegenseitiges (Wieder-)Kennenlernen kann der erste kleine Schritt dahin sein.

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Fotos und Text: Sonja Schiffers

 

Sonja Schiffers
Content Curator
Sonja Schiffers promoviert zur russischen und türkischen Außenpolitik an der Berlin Graduate School for Transnational Studies und ist Co-Leiterin des Programmbereichs „Frauen und internationale Politik“ bei Polis180. Nebenbei reist und fotografiert sie, was das Zeug hält.