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By Jan Stassen – Kültür

Im Frühjahr 2016 machten wir uns also auf, den Iran zu erkunden. Die kleine, aber nicht unerhebliche Herausforderung, die sich uns als Individualreisenden stellte, war die Tatsache, dass eine vorherige Buchung von Unterkünften aufgrund der Wirtschaftssanktionen nicht möglich war.

No problem, dann machen wir das eben vor Ort, dachten wir als erfahrene Backpacker.

In Teheran angekommen, merkten wir aber schnell, dass es doch nicht so einfach werden würde. Was wir nicht bedacht hatten: Unsere Reise fiel genau auf Nouruz, das persische Neujahrs- und Frühlingsfest. Da die Iraner in dieser Zeit traditionell selber viel in ihrem Land reisen und Freunde und Familie besuchen, waren die meisten Unterkünfte außerhalb von Teheran bereits ausgebucht.

Was also tun?

Durch einen Zufall lernten wir ein paar junge Iraner kennen. Als sie hörten, dass wir für unser nächstes Ziel, Shiraz, keine Unterkunft fanden, griff einer nach seinem Handy und rief einen Bekannten an. Wie sich herausstellte, betrieb die Familie dieses Bekannten ein kleines Hotel in Shiraz. Wir konnten unser Glück kaum glauben, als sie uns versicherten, wir könnten dort unterkommen.

Als wir ein paar Tage später in Shiraz ankamen, wurden wir bereits erwartet. Ein Freund der Familie holte uns am Flughafen ab und hielt zur Erkennung ein Schild mit unseren beiden Namen in der Hand.

Jenes Schild ist seither eine schöne Erinnerung an viele wunderbare Begegnungen und ein Sinnbild für die Gastfreundschaft und die Herzlichkeit, die uns in Iran entgegengebracht wurde. Die Selbstverständlichkeit mit der diese Werte in Iran gelebt werden, hat mich zutiefst berührt.

 

M.A. aus Berlin

 

www.wertemuseum.de

Jan Stassen
Content Curator
Jan Stassen ist im Ruhrgebiet geboren, am Niederrhein aufgewachsen und lebt in Berlin. Im Feld zwischen kommunikations- und geisteswissenschaftlichen Perspektiven versteht sich Jan als Übersetzer. Neben kleineren Projekten und Initiativen – wie dem Museum für Werte – arbeitet Jan bei der Ekskäret Stiftung.

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