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Ein Ticket – drei Werte

By Jan Stassen – Kültür

Jeder liebt große Reisen – nach der Ausbildung, dem Studium oder als Ausgleich in einem harten Arbeitsjahr. Meine erste große Reise hat mit einem Ticket begonnen – einem Interrail-Ticket, um genau zu sein. Mit einem Freund habe ich mich aufgemacht, Europa im Zug zu erkunden. Einen Monat lang haben wir Sonne getankt, in Konservendosen mit dem Gaskocher gekocht, im Zelt geschlafen und nach Abenteuern gesucht.

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Reisen und das Erleben von anderen Kulturen hat mir nicht nur gezeigt, wie andere ihr Leben gestalten, sondern auch mir selbst den Spiegel vorgehalten. Wer bin ich? Und welche Werte und Grundsätze sind wichtig für mich?

Diese Reflexion und Auseinandersetzung findet im Alltag kaum statt. Dabei wäre es gerade jetzt, wo Populisten an Oberwasser gewinnen, von Bedeutung zu wissen, welche Werte uns als Gemeinschaft wichtig sind. Denn Werte sind der sozialer Kit unserer Gesellschaft. Sie sind dynamisch, ständig im Wandel und werden individuell unterschiedlich ausgelebt. Doch im Moment berufen sich viele inflationär auf scheinbar allgemeingültige Werte. Deshalb wollen wir diese großen Bedeutungsträger erfahrbar machen – im ganz Kleinen.

In den nächsten Wochen werden wir hier zweimal die Woche kleine Anekdoten, mit dazugehörigen Objekten zu den Werten Respekt, Freundschaft und Lebensfreude, teilen. Wir sind überzeugt, dass gerade jetzt eine Diskussion darüber, was uns bewegt, wichtig ist.

In dem Museum werdet Ihr auch das Interrail-Ticket finden, das mich durch Europa geführt hat. Es erinnert mich daran, was ich über Respekt vor anderen Ländern und Kulturen, über Freundschaft und Lebensfreude gelernt habe. Das ist jetzt fast 10 Jahre her. Die Reise selbst war nach 30 Tagen vorbei, die Suche nach dem was für mich wirklich wichtig ist, hat da erst begonnen.

www.wertemuseum.de 

Jan Stassen
Content Curator
Jan Stassen ist im Ruhrgebiet geboren, am Niederrhein aufgewachsen und lebt in Berlin. Im Feld zwischen kommunikations- und geisteswissenschaftlichen Perspektiven versteht sich Jan als Übersetzer. Neben kleineren Projekten und Initiativen – wie dem Museum für Werte – arbeitet Jan bei der Ekskäret Stiftung.

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