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Demokratie ist nicht selbstverständlich – Ein Appell

By Büşra Akdeniz – Gesellschaft, Stimmen

Das höchste Gut in unserer Gesellschaft ist die Demokratie. Damit einher, gehen Menschenrechte und Meinungsfreiheit. Das Motto lautet hier Dialog zwischen den Bürgern. Die Demokratie erlaubt uns, unser Land aktiv mitzugestalten. Doch zu oft nehmen wir Demokratie als selbstverständlich wahr.

Hofer, Wilders, Gauland. Man muss nicht bis in die USA schauen, um zu merken, dass momentan ein Rechtsruck zu spüren ist. Hass ist fast salonfähig geworden. Wann haben wir verlernt in den Dialog zu treten? Der Dialog miteinander ist wichtig. Besonders, wenn man unterschiedliche Meinungen vertritt. Viel zu oft wird selbst geredet, niemand hört mehr zu. Den Dialog haben wir verlernt. Es geht fast nur noch darum, seinen eigenen Standpunkt möglichst deutlich zu machen.

Doch wir müssen reden. Miteinander. Denn es geht hier um mehr. Es geht um unsere Zukunft. Das Volk trägt Verantwortung, so ist das in einer Demokratie. Und es liegt auch in der Verantwortung jedes Einzelnen, seinen Teil zur Gesellschaft beizutragen.

Am 24.09.2017 ist Bundestagswahl. Dies ist ein Appell. Ein Appell an alle Bürger der Bundesrepublik, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Denn jede Stimme zählt. Viele Wahlen wären anders ausgegangen, hätten alle von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. „Kein Mensch ist gut genug, einen anderen Menschen ohne dessen Zustimmung zu regieren.“, sagte einst Abraham Lincoln. Nicht wählen, ist somit auch eine Wahl und stärkt meist die Falschen. Demokratie funktioniert nur, wenn alle mitmachen.

Besonders junge Menschen, besonders auch junge Menschen mit Migrationshintergrund, gehen nicht wählen. Wieso nicht? Sie bezeichnen sich als „nicht-politikinteressiert“, oder haben an dem Tag „etwas Besseres vor“. Was ist wichtiger, als unsere Demokratie? Geht diese Problematik mit der Digitalisierung einher? Erreichen Parteien besonders junge Wähler nicht, weil sie die Digitalisierung verschlafen haben? Da ist es kein Wunder, dass junge Menschen denken, Politik hätte mit ihnen nichts zu tun.

Dies ist ein Problem. Viele Erst- und Zweitwähler gehen nicht wählen, weil sie sich nicht angesprochen fühlen. Dabei sind genau sie die Gruppe von Menschen, die am ehesten von Veränderungen betroffen ist. Ältere Menschen gehen im Durchschnitt öfter wählen. Die Wahlergebnisse sind nicht repräsentativ für das gesamte Land, wenn nicht gleichermaßen Menschen aus verschiedenen Gruppen wählen gehen.

An dieser Stelle möchte ich auf die Kampagne „Sonntag hab ich was Besseres vor.“ hinweisen. Die Kampagne möchte auf die Möglichkeit zur Briefwahl aufmerksam machen. Denn nicht jeder ist am Wahlsonntag zu Hause und nicht jeder hat Lust, seiner verstaubten Grundschule einen Besuch abzustatten. Briefwahlunterlagen kann man vorher beantragen, ausfüllen und abschicken und hat seinen Beitrag zur Demokratie schon vor dem Wahlsonntag geleistet. Weitere Informationen zum Ablauf finden sich hier: sonntaghabichwasbesseresvor.de

Dieser Kommentar soll keine Belehrung sein, er soll vor vertanen Chancen warnen und die Wahlbeteiligung in Deutschland erhöhen.

Büşra Akdeniz
Content Curator
Büşra studiert Medienmanagement in Berlin, hat zuvor in Hamburg gewohnt und kommt ursprünglich aus Düsseldorf. Wie bei vielen Enkelkindern der Gastarbeitergeneration, beschäftigt sie seit jeher die Frage der eigenen Identität. Ihre Leidenschaft: Musik, Kaffee und die App, die jedes Bild von Donald Trump mit einem Katzenbaby ersetzt.